Mittwoch, 29. September 2010

"Dein neuer Koog ist ein fressend Werk" (Zitat aus dem "Schimmelreiter")

Das Outfit des Tages: Shorts, T-Shirt, Badehandtuch, Flip Flops und... ein Regenschirm.
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Heute ist es in Miami ziemlich kalt, 24°C um genauer zu sein, und es regnet wie aus Eimern, kübel, platscht, ein Wasserwerk, gießt in Strömen... ist ja auch egal, es ist auf jeden Fall zu nass.
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Die Fenster sind überall beschlagen, dank sei den Klimaanlagen.
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Da bleibt die ein oder andere Pfütze oder das ein oder andere Rinnsal nicht aus. Ironischerweise sammelt sich das meiste Wasser aber direkt über dem Abfluss.
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Ich nenne den Parkplatz Lago Eaton. Die Wohnheime Pearson und Mahoney teilen sich ihren See und ich bin ziemlich sicher, die beiden anderen Wohnheime haben auch einen.
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Selbst der Schimmelreiter würde bei diesem Wetter lieber in der Wirtschaft bleiben.
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Nasse Füße in Miami sind nicht okay, wenn sie nicht gerade im Pool sind!

Lago Eaton

Dienstag, 28. September 2010

"Die Sonne schien, da sie keine andere Wahl hatte, auf nichts Neues" (Samuel Beckett)

Nach über einem Monat in Miami habe ich endlich den ersten Promi gesichtet! Naja okay, es war nur Johnny Knoxsville, den ich ohne Ankündigung nicht einmal erkannt hätte, aber gut.
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Am Montag gab es einen Bullenreiten-Kontest, um den neuen Jackass-Film zu promoten und dafür haben sich Johnny und noch ein langhaariger Schmuddel von Jackass (den ich beim besten Willen gar nicht kenne) auf dem Campus blicken lassen.
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War es das Gruppenfoto und Autogramm wert, bei monströser Hitze zu warten? Vielleicht, aber ich hatte ohnehin nichts anderes zu tun und schließlich passiert so etwas an der Uni Mannheim eher selten.
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Abends bin ich dann zur Aufzeichnung von UMTVToday gegangen. Meine spannende Aufgabe: Kamera. Das ist ja eigentlich schon spannend, aber sobald die Kamera eingestellt ist, bleibt sie, wie sie ist. Ich stand also nur dahinter und habe aufgepasst, dass sie sich nicht spontan entzündet.
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War es den Zeitaufwand wert? Vielleicht, aber die Aufzeichnung als solche war auf jeden Fall spannend und bestimmt sind die Kamerakinder von "1-2-oder-3" mittlerweile große Fernsehstars!

Beinahe Unialltag

Montag, 27. September 2010

"Es kommt nicht darauf an, wie alt man wird, sondern wie man alt wird" (Ursula Lehr)

30 Stunden Geburtstag! Das hatte ich noch nie, aber ich muss sagen, es ist toll!
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Nach der Zeitrechnung hier, hat mein Geburtstag schon um 18Uhr angefangen. Ich bin ja generell ein großer Fan des 25. Septembers, aber den Tag an einem Abend mehr zu feiern, hat das Älterwerden doch besonders gemacht.
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Eine weitere Besonderheit war dann der erste Tauchgang im richtigen Wasser. Leider war der See nur wenig aufregender als der Pool.
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Zuerst einmal haben der Pool und der See eine entscheidende Gemeinsamkeit: Sie sind beide rechteckig!
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Zu dem natürlichen Charme gehören außerdem gesunkene Boote, ein Auto, diverse Einkaufswagen und jede Menge Dosen. Die zwei größeren Fische, die ich gesehen habe, waren dem Müll zahlenmäßig klar unterlegen.
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Ich weiß, das klingt jetzt alles sehr negativ, aber eigentlich war es das gar nicht. Die zwei 40 und 35 minütigen Tauchgänge haben unglaublich viel Spaß gemacht, da ist was dran, an dem "in einem anderen Element sein".
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Leider waren wir Tauchschüler allesamt ziemlich unkoordiniert unter Wasser. Die Folgen waren Flossen, die einem ins Gesicht klatschten; Taucher, die einfach auf einem landen und Mundstücke, die einem aus dem Mund gerupft wurden.
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Ich bin zwischendurch aus Versehen aufgetaucht und es ist tatsächlich sehr verwirrend, von der Tauchgruppe getrennt zu werden, aus der Unterwasserwelt aufzutauchen, einsam mitten auf einem See zu treiben und sich zu denken: "Mist!"
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In der Tauchpause habe ich ein Ständchen von allen bekommen. Ist noch genau so schön wie am Kindergeburtstag und gleichzeitig genauso latent unangenehm, lächelnd dazusitzen, während einem eine Gruppe von Nichtsängern halb murmelnd, halb summend gegenüber sitzt.
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So optisch unreizvoll der See auch war, nach dem Tauchen auf das Wasser zu schauen und sich dabei zu denken "krass, da unten war ich gerade", hat trotzdem für einen Kick gesorgt.
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Das Abendprogramm bestand aus Chillen in meinem Zimmer bei der extrem chilligen Discobeleuchtung, die meine Mitbewohnerin mitgebracht hat. Für meinen nächsten Geburtstag will ich auch wieder bunte Lichter haben!
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Es war außerdem total schön, die vielen Glückwünsche zu lesen, von ganz verschiedenen Menschen, die ich ganz unterschiedlich kennen gelernt habe und die sich gegenseitig nicht unbedingt kennen. Sehr rührend, sich am Geburtstag ein kleines bisschen wie eine klitzekleine Schnittstelle im Menschengetümmel fühlen zu dürfen. 

Geburtstagstauchen

Freitag, 24. September 2010

"Das Kunststück der Lebensweisheit ist, den Schlaf jeder Art zur rechten Zeit einzuschieben wissen" (Friedrich Nietzsche)

Gelegentlich bin ich immer wieder von meinem eigenen Schlaf fasziniert. Heute Morgen bekam meine Mitbewohnerin gleich mehrere SMS hintereinander von der UM Police, draußen flog ein Hubschrauber und im Gang kam eine Durchsage.
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Das alles weiß ich aber nur vom Hörensagen, denn tatsächlich habe ich das ganze Drama friedlich verschlafen.
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Der Grund für all den Aufstand war übrigens ein Banküberfall inklusive Geiselnahme direkt gegenüber vom Campus. Gruselig.
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Soviel Feindseligkeit steht direkt im Kontrast zu dem Tag davor. Der war angefüllt mit Solidarität und rosa Feuerwehrautos.
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Der Grund für diesen Aufstand wiederum war eine Veranstaltung der rosa Firefighters im Kampf gegen Brustkrebs. Und weil Menschenaufläufe auch immer die menschlichen Fliegen anziehen, die sich Promoter nennen, habe ich neben einer rosa Ansteckschleife auch ein Fläschchen Kaba und zwei Dosen Eistee im Vorbeigehen eingesackt.
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Der Aufstand am Tag davor wiederum war vor allem international.
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Bei der Study Abroad Fair habe ich den Mannheim-Tisch betreut und ja, wurde ein bisschen wehmütig beim Anblick der Fotos. Tolle Stadt, tolles Schloss.
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Das Mannheimweh habe ich aber schnell getröstet: Sonnen am Pool bis zum Abend. Als die Sonne weg war, bin ich aber noch am Pool geblieben, für die letzte Tauchstunde dort.
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Für mich ist das einfach nur viel Spaß, für die nichtsahnenden Schwimmgäste, die sich erschrecken, wenn 19 Leute urplötzlich gleichzeitig mitten im Pool auftauchen weniger: "Woah, where did you guys come from?"


Erinnerungen der Woche

Sonntag, 19. September 2010

"/Krews/" (mein jüngeres Selbst)

Mein jüngeres Selbst war zu diesem Zeitpunkt schon ein bisschen älter als das Strandpuzzle-Selbst und spricht durch einen Schnorchel, um die Verwandtschaft zu informieren, dass sie gerade über einem Krebs schnorchelt.
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Gestern habe ich probiert, ob ich das noch kann. Kann ich.
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Das Wochenende stand ganz im Zeichen des Pools. Freitag bis Sonntag addiert, habe ich 12 Stunden dort verbracht. Das Ergebnis: basic scuba diving skills und knusprig braun gebratene Haut.
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Tauchen macht, wie erwartet, sehr viel Spaß und unter Wasser zu atmen und sich dort tatsächlich länger aufzuhalten ist traumhaft schön und friedlich. Naja, friedlich nur fast, denn ein bisschen fehlt mir unter Wasser schon noch die Kontrolle. Das hat zur Folge, dass selbst die leichte Strömung im Pool (die ja nur von der Wasserzufuhr an den Seiten kommt) reicht, damit ich unter Wasser unkontrolliert durchs Wasser rolle, unschlüssig ob ich gerade mehr Auftrieb oder Abtrieb brauche.
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Beim Sitzen auf dem Pool Boden gab es diese Verwirrung nicht. Während mein Hintern, dank des Zylinders auf dem Rücken, bequem saß, sind meine Füße samt Flossen nach oben getrieben. Das Ergebnis ist das Selbe: Unkontrolliertes Kind kullert im Pool herum.
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Daran werde ich wohl noch arbeiten müssen.
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Die neuen Lieblinge im Campuszoo sind übrigens die "Schwimmvögel", die quasi direkt vor meiner Haustür wohnen. Eine Mama mit zwei Kindern, fast so wie Zuhause.
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Die Tatsache, dass ich den Eingang nehmen wollte, der ein bisschen weiter weg vom Pool ist, um die Schwimmvogelfamilie zu sehen, hat mir dann sogar zu einer amerikanischen Alltagshandlung verholfen.
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Habe von zwei Kindern (denn in meinem Wohnheim wohnen drei Familien) Limonade für 25Cent den Becher gekauft. Die kann man übrigens auch für ein paar Simoleons kaufen.


Schwimmvogelfamilie, tatsächliche Artbeschreibung leider unbekannt

Donnerstag, 16. September 2010

"Wer die Menschen kennenlernt, liebt die Tiere" (chinesische Weisheit)

Sonntagsausflug mit der Super-Touri-Sondertour. Mal wieder in die Everglades. Diesmal aber mit mehr Action und weniger gemütlichen Spaziergängen.
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Die Tour, die wir gemacht haben, ist glaube ich die Standardtour, die jeder Floridatourist durchmacht: Mit dem Bus in Downtown abgeholt und in die Everglades gekarrt werden, Warten im Souvenirshop, Airboat Tour, Alligator Show, nochmal Zeit für den Souvenirshop, mit dem Bus wieder nach Miami gekarrt werden.
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Die Kulturpessimisten würden bei so einem hochentwickelten Touritum wahrscheinlich verzweifeln, aber obwohl wir hier Studenten sind, sind wir auch Touristen und Touristen bekommen Sonnenbrand und machen Touritours mit.
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Das Highlight war definitiv die Airboat Fahrt. Die Alligatorinnen sind ganz nah an den Boten vorbeigeschwommen. Nein, das war keine weibliche Form, die meine innere Feministin in diesen Text gestreut hat, es waren wirklich nur Alligatorinnen und ihre Bälger da. Die männlichen Alligatoren sind momentan nämlich vor de aggressiven Alligatorinnen geflüchtet.
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Dass sich junge Mütter auch immer so ernst nehmen müssen...
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Unser Skipper wurde übrigens von einem anderen Skipper als das wahre Wildlife der Everglades beschrieben. War tatsächlich ein lustiger Zeitgenosse, der mich ein bisschen an den Tauchlehrer erinnert hat. Vielleicht ticken Menschen, die viel im Wasser sind, einfach anders.
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Die Show war nicht so der Brüller. Der Ranger hat einfach verschiedene Tiere aus verschiedenen Boxen geholt, die dann schlapp auf seinem Arm oder seiner Hand hingen. Das Kroko hat einmal den Mund auf und zu gemacht, dann hat der Ranger einen Vogel verstrubbelt und das war es auch schon.
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Ein Highlight gab es dabei aber doch: King Julien!!! Der Lemur aus Madagaskar. Leider hat er weder getanzt, noch die Arme hoch gemacht.

Airboat - unter Kontrolle, Gator - unter Kontrolle, King Julien - ja!

Dienstag, 14. September 2010

"Das große Glück ist die Summe kleiner Freuden" (Andreas Tenzer)

Dieses Zitat fasst meinen Tag heute ziemlich gut zusammen, denn alles in allem war der Tag wirklich ziemlich gut. Ich hatte zwar viel zu tun und war nur am Hin- und Herhetzen, aber das Schöne daran ist, dass es so etwas wie Alltag ist. Mal ein Gegensatz zu den Sommerurlaubstagen.
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Halb 10, der erste Kurs, International Communication und ich kann beim Professor als Schlaubi und interessiert aufmerksamer Student glänzen, weil ich zum Thema BBC direkt mal von der GEZ erzählt habe. Davon wusste er gar nichts. "Nichts verpasst", ergänze ich im Stillen.
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11 Uhr, direkt im Anschluss der nächste Kurs, Electronic Media Production. In der Pause wird geschwind ein Bagel und ein Mocha reingedrückt, bevor es ins Klassenzimmer geht. In diesem Fall ist das übrigens eins der TV Studios der Uni. Kameraschulung und Final Cut Pro Schulung. Da hatte ich einen kleinen Vorteil, weil ich genau das von dem RTL-Praktikum kenne. Auch hier den Schlaubi gespielt, Spaß gehabt und einmal mehr festgestellt: Ja, das will ich machen!
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14 Uhr, direkt im Anschluss, Scriptwriting. Nachdem meine alte Story sich nicht unbedingt als Kurzfilm umsetzten lässt (sollte sie aber), habe ich es mit einer neuen Idee versucht. Die hat sogar den Kommentar "clever" eingebracht. Da schreibe ich dort gerne weiter.
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15.30 Uhr, direkt im Anschluss. Introduction to Theatre, ein Kurs den ich sehr mag und der Dank der exzentrischen aber faszinierenden Dozentin ziemlich interessant ist. Dort komme ich leider immer ziemlich abgehetzt an, da das Klassenzimmer am anderen Ende des Campus' ist. Ironischerweise hat die Dozentin in dieser Stunde darauf verwiesen, dass "Universum" und "Universität" ziemlich ähnliche Begriffe sind. Da stimme ich zu, sowohl was Distanz, als auch das Leben hier selbst betrifft, leben die Studenten hier in einem eigenen kleinen Kosmos. 
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17 Uhr, endlich Essen.
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18 Uhr, Warten im Wellness Center auf die Zumba Class um 18.40 Uhr. Diese Sportart ist nämlich so beliebt, dass man früh da sein muss, um reinzukommen. Macht total Spaß, auch wenn ich immer wieder feststelle, dass ich doch nur eine große, steife, weiße Europäerin bin.
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Heimhetzen, Duschen, 20.30 Uhr Scuba Club Meeting. Ich freue mich so sehr darauf, endlich im Ozean tauchen zu gehen!
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Zurück im Wohnheim. Dort war heute "Meet your Neighbour". Nettes Event in der Lobby mit Kuchen, Cookies und Brettspielen mit Leuten, die ich vorher nicht kannte. War sehr lustig.
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23.30 Uhr, Laptop an, Blogeintrag schreiben.... huch, da beißt sich die Katze in den Schwanz.

Montag, 13. September 2010

"Monde und Jahre vergehen, aber ein schöner Moment leuchtet das Leben hindurch" (Franz Grillparzer)

Bin mit meinem Laptop zum IT Center gegangen, um mir das Drucksystem der Uni einrichten zu lassen. Auf dem Weg hatte ich den totalen Mannheim-Flashback. Vollbepackt und mit einer Laptoptasche unterwegs, die immer schwerer wird, am Wochenende heimfahren.
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Lesen am See, der totale Grado-Flashback. Auf dem Damm sitzen und einfach nur die Nähe des Wasser genießen. Damals habe ich aber gemalt, heute ist der Laptop dabei und es reicht es maximal für PaintBrush.
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"Girls grab a cup and go to the back, guys, sorry you have to wait a little, ladys first". Dieser Satz auf bzw. vor einer Frat-Party sorgt für keinen Flashback, aber erneut dafür, dass meine innere Feministin empört mit auf den Boden stampft.
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Es gibt keine zweite Chance für einen ersten Eindruck heißt es. Erste Theoriestunde des Tauchkurses und ich habe die schwarze Tasche, die man auf jeden Fall(!) mitnehmen muss natürlich zu Hause gelassen. Zum Glück hat der Tauchlehrer Humor: "Marina und die anderen nehmen jetzt ihr LogBuch aus der Tasche". Das läuft unter der Kategorie Fail-Moment.
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Abends um 11 und ich komme leicht verfroren aus der Bibliothek und lasse mich von der angenehm warmen Nachtluft umarmen und warmknuddeln. Ein Moment, in dem ich einfach froh bin hier zu sein. Trotz erhötem Lernaufwand im Vergleich zu dem Semester, das ich in Mannheim hätte haben können; trotz garstigen Gewittern die mich vom Pool verscheuchen; trotz Geld; trotz Vermissen; trotz Daheim.


Wenn sich Uni nicht ums Lernen dreht: Sonnenuntergang, Frat-Party, Pool

Mittwoch, 8. September 2010

"Es regnet gerne, wo es schon nass ist" (altväterliches Sprichwort)

Es gibt wenig Schöneres, als im Regen im Wasser zu plantschen!
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Nach einem kurzen Regenguss am Morgen, musste ich heute endlich meinen freien Tag zum Sonnenbaden ausnutzen. Schließlich will ich auch endlich die berühmte Floridabräune haben, die außer mir hier alle haben.
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Das heußt natürlich, dass ich mich nur anpassen will, Integration und so. Das heißt nicht, dass ich hier trotz Uni auch Urlaub machen will.
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Es war so fabelhaft in der Sonne zu liegen und zu lesen (sogar ein Buch für die Uni) und einfach ins Wasser zu springen, wenn mein  Hirn ein kurzes quängeliges "wa-harm!" von sich gegeben hat.
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Als es später dann leider doch wieder angefangen hat zu regnen, bin ich natürlich mit der panischen Meute aus dem Wasser raus und hektisch zu meinem Zeug getippelt, um es unter das Dach zu stellen. Dann hat sich mein Hirn herausfordernd eingemischt: "Was soll's!".
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Tatsächlich ist es unglaublich fantastisch schön, bei einem Schauer im Pool zu schwimmen, mich auf dem Rücken im warmen Wasser treiben zu lassen, während der kühle Regen auf mein Gesicht prasselt. Oder gerade so weit unterzutauchen, dass ich auf Augenhöhe mit der Wasseroberfläche bin und sehe, wie die Tropfen zu kleinen Spitzen werden, wenn sie auf die Wasseroberfläche treffen; als würden sie das Wasser stechen.
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Ein Kind (ja, die gibt es auch auf dem Campus) das auch im Wasser war meinte nur: "Doesn't the rain taste good?!"
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Yes it does!

"Wenn man im Mittelpunkt einer Party stehen will, darf man nicht hingehen" (Audrey Hepburn)

Der Samstagabend ging fast genauso spannend weiter wie der Tag, nämlich in einem Club in South Beach, für dessen Eintrittspreise ich eigentlich eine Übernachtung mit Frühstück verlangen würde, aber gut.
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Kontrastreicher hätte das laute und bunte South Beach zu den ruhigen und friedlichen Everglades nicht sein können und auch in sich könnte es kaum vielfältiger sein.
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Dort sieht man jede Menge Frauen in kurzen Presswurstkleidern mit High Heels. Immerhin ungefähr 70% können darin laufen, 30% darin tanzen. Daneben kiffen ein paar extracoole Gangster, knutscht ein Punkerpärchen und ein paar Meter weiter stolpert ein Penner über die Straße.
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Da war mir der nette Vogel lieber.
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Beim Eintritt in den Club hat sich übrigens mal wieder meine innere Feministin gemeldet und rief laut: "Sauerei!" Als Frau zahlt man nämlich 20 Dollar weniger Eintritt und muss nicht mit den Männern in der Schlange warten. Das freute mich zwar in dem Moment, aber gerecht ist das nicht.
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Die gesparten 20 Dollar zahlen die Frauen übrigens im Club selbst in anderer Form. Typen finden es nämlich vollkommen normal, einen einfach wegzuziehen, um mit ihnen den Balu zu tanzen.
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Neben dem Balu gibt es eine weitere Form des eigenartigen Tanzes, eine Art pervertierte Conga, bei dem ein Typ einfach ein paar Mädels beckenkreisend und arschschwingend hinterherläuft.
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War sehr lustig in dem Club, viel Brüste, viel Swagger, aber trotzdem spaßig.
 
Part of the Party

Montag, 6. September 2010

"Jeder will zurück zur Natur, aber keiner zu Fuß" (Alois Glück)

Es tut mir leid, aber ich muss schon wieder einen Vergleich zu den Sims ziehen. Es ist einfach so verdammt amerikanisch das Spiel.
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Im Urlaub bleiben nämlich die Sims nicht einfach nur im Hotel, sie steigen ins Auto und verschwinden, um einen Ausflug zu machen. Und genau das habe ich zusammen vier Mädels am Samstag gemacht. Wir sind in die Everglades gefahren.
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War nicht ganz einfach das Auto zu bekommen. Die Autovermietungen sind nämlich nicht direkt am Flughafen, aber zum Glück gibt es kostenlose auf zwei Grad heruntergekühlte Shuttle, die alle zwei Minuten abfahren. Auch gerne mit jeweils nur zwei Insassen. Unsere Autovermietung war aber selbst nicht dort zu finden, also nochmal Shuttle, aber dann konnten wir losfahren.
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Um genau zu sein bin sogar ich gefahren, zum ersten Mal Automatik. Nach einer durchgeknallten Eingewöhnungszeit hat es sogar Spaß gemacht zu fahren.
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Nein, ich gehöre nicht zu den Leuten, die sagen, sie fahren lieber mit Schaltung, weil es ohne ja langweilig wäre. Ich für meinen Teil bin ganz froh, wenn meine Autofahrten möglichst wenig abenteuerlich sind.
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Die Route führte von Homestead nach Flamingo. Auf dem weg gab es verschiedene Trails, auf denen man entlang wandern konnte und bei jedem sieht die Natur anders aus als bei dem zuvor.
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Die Everglades sind wirklich eine ganz fabelhaft beeindruckende Gegend und zurecht Weltnaturerbe, selbst wenn der ganze Park eigentlich nur ein riesengroßer Sumpf ist.
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Gerade deshalb kommen die meisten Touristen (und auch die meisten Tiere) im Winter. Wir waren auf manchen Trails ganz alleine, was super schön war. Es war so heiß, dass wir uns ganz amerikanisch auf die Klimaanlage im Auto gefreut haben.
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Einen Nachteil hatte die Sache dann doch, denn außer uns lauerte noch etwas in den seichten Gewässern. Nein, ich meine nicht die Krokodile, die wir gesehen haben oder den Schlangenhalsvogel, den ich am liebsten mitgenommen hätte. Ich rede von Mücken. Miese, fiese Mücken, die auch durch die Kleidung durchstechen.
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Jetzt benutze ich das Anti-Jucken-Zeug als Bodylotion.
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Wäre ich ein Sim, hätte ich einen Körperpunkt verloren und meine Komfortleiste wäre in einenSumpf in den Everglades gesunken.

Nature Adventure

Samstag, 4. September 2010

"Spiel nicht in der Fremde, sonst verlierst du Rock und Hemde" (altväterliches Sprichwort)

Das ist also Football... Ich habe ja bereits für Fuß-Fußball nichts übrig, aber für das amerikanische Fußball noch weniger.
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Diese Tatsache stellt sich beim Smalltalk übrigens regelmäßig in den Weg, wenn Nichtdeutsche begeistert ein bisschen deutsches Wissen absondern: "Germany? You're very good at footbal!"
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"Mmh..."
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Am Donnerstag war Gameday. Das erste Spiel der Saison und alle sind ganz aus dem Häuschen. Kurse fallen aus oder werden gescwänzt, Reisebusse sind für die Studenten gebucht und in den Wohnheimen gibt es "War painting".
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Aus den 3 Dollar Game Day Shirts sind die tollsten Outfits entstanden. Manche haben sie zu stylischen Punkshirts zurechtgeschnitten, manche haben sie bis zur Unkenntlichkeit zerstückelt. Mädels haben sie als Minikleider getragen, Jungs als Muskelshirts.
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Mein T-Shirt sieht noch so aus, wie ich es gekauft habe. Langweilig, ich weiß.
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Die Cheerleader waren enttäuschend. Ein bisschen Tanzen, ein bisschen Akrobatik und ein klein wenig Anfeuern. Ich finde sie trotzdem toll.
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Richtig toll waren aber die Marching Bands, die das ganze Footballfeld abmarschiert sind. Nach dem steifen Marschieren haben sie dann aber auch richtig Booty-Shake Hip Hop Bewegungen gemacht, mit Trompete!
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Zu den musikalischen Klassikern gehören übrigens typische Marschmusiklieder wie "I Gotta Feeling" oder "Pokerface".
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So, das waren die Highlights vom Game Day.
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Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich kein Sportfan bin, dass ich die Regeln nicht kenne oder dass wir recht weit oben saßen, aber über das Spiel selbst kann ich leider nichts sagen außer: Wir haben gewonnen, muss wohl gut gewesen sein. Go Canes!
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Gefeiert haben wir den Sieg in einer Bar am Coconut Grove.
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Ich muss mich noch an das eigenartige Tanzgebalze hier gewöhnen. Prinzipiell ist jeder freie Hintern antanzbar, egal von wem.
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Das sieht dann manchmal aus wie heiße Hüftschwünge und manchmal wie Balu aus dem Dschungelbuch, wenn er sich am Baum krazt.
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In Deutschland würde das vermutlich als nuttig durchgehen, aber hier scheint das völlig normal zu sein. Vielleicht liegt es ja an den Temperaturen, dass die Leute hier hemmungloser tanzen. Weniger Stoff zwischen dem Selbst und der Umwelt.

Sport und Orange als Kombination gibt es auch außerhalb von Holland

Mittwoch, 1. September 2010

"Der Freizeit ist in den 365 Tagen des Jahres eine natürliche Grenze gesetzt" (Alfred Moser)

Ich sitze in langer Hose und Socken am Computer und das im Sommer in Miami. Nein, ich habe mich immer noch nicht an die kalten Klimaanlagen und quasi-nicht-existierenden Fenster gewöhnt. Ein Fortschritt in Richtung in Integration gibt es aber doch, denn immerhin ist die Hose eine UM-Jogginghose.
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Die neusten UM Fanartikel-Entdeckungen: Die UM i-phone-Schale und die UM Vespa. It's all about the U!
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Dank exzellenter und zermürbender Stundenplanplanung habe ich vermutlich jeden Mittwoch frei. Entsprechend ausgenutzt haben wir das heute mit Shoppen und ich alleine dann noch mit Planschen im Pool.
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Wie immer ist auch hier all about the U. Immer trainieren hier Schwimmer und Turmspringer. Wenn ich neben all diesen durchtrainierten Menschen meine Rentnerbahnen ziehe, ist das, als würde Benjamin Blümchen spazieren gehen und 200 Ottos an ihm vorbeijoggen.
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Zu etwas Erfreulicherem: Montag bis zum Nachmittag und Freitag habe ich auch frei. Da bleibt genug Zeit für einen Tauchkurs, für den ich mich angemeldet habe.
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Kurz erwähnen möchte ich eine Einrichtung an der Uni, die ich ziemlich gut finde. Das IT Center. Dort kann jeder Student mit seinen Computerwehwehchen hinkommen und kriegt gleich noch das neuste Office Paket dazu.
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Die Leute die dort arbeiten haben aber mit Sicherheit keinen einfachen Job, wenn sie von Leuten begrüßt werden mit "I have a problem with my computer". Ach...
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Nochmal zurück zum Shoppen, ich muss mich immer noch daran gewöhnen, in jedem Geschäft offensiv begrüßt zu werden. Der Durchschnittsamerikaner bevorzugt hier das gängige "Hi, how are you". Die durchschnittsdeutsche Schülerin in mir will darauf natürlich "I'm fine thanks, and you" antworten.
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Tatsache ist, das will niemand hören, denn "how are you" bedeutet hier noch weniger als "und... wie", auf letzteres antwortet man nämlich "joa, muss ja", "how are you" ist nur eine Form von Hallo, die im Englischunterricht nur nie zur Sprache kam.
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Hello, my name is Marina, I'm a girl

Eindrücke von der Liege