Sonntag, 15. August 2010

„Das Ziel des Schreibens ist es, andere sehen zu machen“ (Joseph Conrad)

Manchmal rast das Leben geradezu an mir vorbei. Das könnte auch damit zusammenhängen, dass ich so viel im Zug sitze. Wenn man mit dem Zug von Frankfurt nach Mannheim fährt, sieht man kurz vor dem Hauptbahnhof das wunderschöne Barockschloss. Noch vor ein paar Wochen kam da bei mir das „hach zuhause“-Gefühl auf. Nur ein paar Wochen später im Praktikum und bei der nächsten Zugfahrt reicht es maximal für ein laues „guck mal Schloss“-Gefühl.
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Nach vier Semestern Mannheim und acht Wochen Praktikum in Frankfurt geht es jetzt direkt weiter nach MIAMI! Und mit direkt meine ich direkt. Mein Zimmer sieht aus wie eine Kreuzung aus H&M- und Promod-Shop während des Schlussverkaufs. Noch nie hatte ich alle meine Klamotten in einer Wohnung, alle frisch gewaschen.
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Morgen werden dann 23 Kilo davon in einen Koffer gestopft und dann bin ich erstmal weg.
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Studieren in Mannheim kommt mir vor, als wäre es lange lange her, dabei sind es gerademal zwei Monate. Wie gut, dass ich meine Wohnung fotografiert habe, sonst könnte ich gar nicht mehr glauben, dass es sie tatsächlich gab. Naja gut, die Fotos und die noch ausstehende Kaution sind gleichermaßen Erinnerungen an die Wirklichkeit.
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Das Praktikum in Frankfurt verblasst auch schon wieder und wühlt sich schnurstracks in tiefere Gedächtnisschichten ein. Und doch ist mein eigener Beitrag noch nicht einmal gesendet worden.
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 Ach ja, und zwischendurch war ich ja auch in Amsterdam. Das ist so ein kleines freistehendes Event. Einfach so am Wochenende passiert.
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Irgendwie ziehen momentan alle Episoden so schnell an mir vorbei, dass es anschließend unglaublich unwirklich scheint, dass sie je da gewesen sind. Prinzipiell ist ein aufregendes und bewegtes Leben natürlich etwas Tolles und ich finde es super so. Blöd nur, dass ich befürchte, ich kriege davon nicht so viel mit wie ich sollte. Ab und zu würde ich gerne zurückspulen und mir den ganzen Spaß nochmal in Zeitlupe ansehen, vielleicht ein bisschen mitschreiben, ein Script zum Lernen haben.
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 Aber dieser nette, kleine Blog hier hilft ja wenigstens schon einmal beim Mitschreiben, wenn schon alles so unkontrolliert und vage durch ein fettes Raum-Zeit-Kontinuum wabert.

Stationen des Lebens in 2 Monaten

1 Kommentar:

  1. Hey Marina!,

    turns out I can still read the German, but you'll have to do with English responses ;) I can totally relate to what you write; it's probably the most fun period of your life, but you can get pretty rootless hopping from one place to another and you seem to kinda need those to really take it all in. I hope you'll somehow manage to just jump into yer Miami adventure (hey, it's longer than 2 months!) and hopefully the blogging will help you take it all in. I'm pretty sure it'll help me do that =)

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