Montag, 16. August 2010

"Abschiedsworte müssen kurz sein wie eine Liebeserklärung" (Theodor Fontane)

Ich hasse Abschiede! Vermutlich weil ich so schlecht darin bin
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Egal wie bedeutend oder banal ein Abschied ist, ich spüre immer das Gefühl, ich muss jetzt epische Abschiedsworte sagen und eine tiefgreifend relevante Szenerie gestalten. Logisch, dass ich danach enttäuscht bin und mir denke "hmpf", so, das jetzt also der Abschied".
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Diese Pflicht zur großen Geste trifft übrigens immer zu. Obwohl ich weiß, eine Situation wird nur vorübergehend sein, kann ich danach nicht einfach ganz locker "tudeldu" sagen. Sogar die Orte, die ich verlassen will, wie ein kleines, stickiges Zimmer in Frankfurt, ringen mir vor dem letzten Türeschließen einen tiefen Seufzer ab.
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Da ist dieses ständige Bewusstsein der großen Momente. Ein letztes Mal in der Redaktion bei den Kollegen, ein letztes Mal Fahrstuhl fahren in Frankfurt, ein vorerst letztes Mal im eigenen Bett schlafen. Ein liebstes Tudeldu und bis bald für die Familie.
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Überhaupt haben sich die letzten Male in jüngster Zeit viel zu sehr gehäuft. Der halbe Studiengang verstreut sich über den halben Globus. Beinahe jedes Wochenende, wurde jemand verabschiedet.
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An dieser Stelle schleicht sich in meinem Bewusstsein wieder das Bedürfnis ein, jetzt den einen epischen Schlusssatz zu bringen. Weil ich ja aber weiß, dass wir uns alle wiedersehen und dies nicht der letzte Post sein wird, muss enthusiatisches TUDELDUUUHUUU genügen.
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Obwohl, eine unumstößliche Erkenntnis des Tages hätte ich dann doch: Kofferpacken bei Gewichtslimit stinkt!

Kofferpacken leicht gemacht

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