Samstag, 28. August 2010

"Strandpuzzle" (mein jüngeres Selbst)

Als Kind war ich ganz verrückt nach einem Strandpuzzle. Ich konnte es immer wieder zerlegen und zusammensetzen, wurde nie langweilig. Als ich dann einen echten Strand gesehen habe (so wurde es mir zumindest erzählt), hab ich es sofort wiedererkannt: DAS Strandpuzzle.
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Heute in meinem sehr reifen und erfahrenen Alter weiß ich: Der echte Strand ist doch nochmal besser (allerdings mit nur knappen Vorsprung).
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Heute war mein erster Ausflug in das richtige Miami, raus aus dem beschaulichen Städtchen, dass sie hier Campus nennen.
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Übrigens so beschaulich war der Campus heute gar nicht. Neben den netten Enten und Flitzechsen gibt es hier auch Schlangen. Die Schlange und ich sind allerdings gleichzeitig und gleich panisch voneinander geflüchtet. War eine kurze Begegnung.
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Manch einer würde jetzt wahrscheinlich sagen: "Die hatte viel mehr Angst vor dir, als du vor ihr." So viel vorweg: Das ist mir egal.
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Zurück zum Ausflug. Schlendern unter der Sonne Floridas ist fabelhaft. Selbst ein kurzer, intensiver Schauer stört da wenig.
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Während des Regens haben wir uns im Bayside Marketplace versteckt. Eine Mischung aus Basar und Mall direkt am Hafen von Miami.
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Obwohl es in Miami natürlich noch viel mehr zu bestaunen gibt, wurde die Stadttour dann unterbrochen für das Strand Puzzle.
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Das Strandpuzzle war heute übrigens South Beach. Nett dort.

Ausflug

Freitag, 27. August 2010

"Alles beginnt mit der Sehnsucht" (Nelly Sachs)

Mit meinem Schulweg hatte ich schon immer Glück. Auf dem Weg zur Grundschule gab es in einem Garten einen Fischteich, der jeden Tag aufs Neue interessant und fesselnd war. In Mannheim waren es dann die Schaufenster in der Innenstadt, an denen ich mich nie satt sehen konnte.
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Jetzt in Miami werde ich sogar auf dem Weg zum Unterricht braun, das Treppenhaus der School of Communication ist im Freien und begleitet werde ich von klitzekleinen Echsen, dicken Enten, dem ein oder anderen Ibis und (um nochmal auf die Sims zurückzukommen) Studenten, die tatsächlich auffällig lässig durch die Gegend schlurfen.
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Der Unterricht selbst ist bisher ganz anders als in Deutschland. Viel praktischer und kleinere Gruppen. Ein Kurs findet meist mehrmals pro Woche statt.
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Wie so vieles hier ist aber auch das ein sehr teurer Spaß. Bücher kosten oft über 100 Dollar und je nach Kurs, muss man sich auch noch die passende technische Ausrüstung zulegen.
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Weil ich immer noch nicht weiß, wie mein Stundenplan aussehen wird oder soll und mich das sehr beunruhigt, gab es heute das Relaxprogramm.
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Sonnenbaden und planschen im campuseigenen Pool unter der Sonne Floridas, das hilft gegen das bisschen Heimweh. Heimweh nach Orientierung und einem Ort, wo ich weiß, wie die Dinge funktioneiren und wo ich mich zurechtfinde.
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Kein Problem ist dagegen die Abendgestaltung. Für zwei Dollar kommt man im vollbesetzten Taxi zum Coconut Grove. Eine schöne Gegend mit vielen Bars.
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Unter den Bars gibt es übrigens auch Karaokebars: "No choice your voice can take me there"

Alltag

Mittwoch, 25. August 2010

"Nur wer sich seiner Zeit widmet, der gehört auch den späteren Zeiten an" (Karl Gutzkow)

Ich habe mittlerweile ja schon begriffen, dass die Identifikation mit der Uni hier einen sehr großen Stellenwert hat und dass die Events von der Uni riesengroß aufgeblasen sind.
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Das ist natürlich bei dem Canefest nicht anders. Diese beschauliche Messe im Stadion informiert die Studenten über sämtliche Organisationen und Clubs von der Uni. Campusmedien, Sportclubs, Länderclubs oder eher spezielle Vereine wie Roboterbauen oder spanische Ingenieure.
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Das Schieben und schleichen durch die Menge hat sich aber gelohnt. Alle haben am Eingang eine Plastiktüte für das ganze Werbematerial und die Werbegeschenke bekommen. Ein T-Shirt war für mich leider nicht mehr drin, aber ich bin um ein paar Kugelschreiber und Becher reicher..
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Ob ich tatsächlich bei einer Organisation mitmache, lasse ich mir noch offen, aber Lust darauf habe ich definitiv bekommen.Kein Wunder bei dem ganzen College Spirit, der einmal mehr in der Luft lag.
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Suspekt sind mir aber immer noch die Verbindungen mit den seltsamen Namen.
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Die waren Teil des Rahmenprogramms und haben eine Art Stepptanz mit Slogans aufgeführt. Also viel Getrampel, Gefuchtel mit den Armen und dazu enthusiatisches aber unverständliches Gebrüll. Höchstgradig seltsam.


Canefest statt Mannemer Mess

Montag, 23. August 2010

"Der stärkste Trieb in der menschlichen Natur ist der Wunsch, bedeutend zu sein" (John Dewey)

Okay, wo fange ich bloß an. Es gilt drei wichtige Events zu rekapitulieren. Dann am besten vorne.
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Samstag Abend: Splash Party, also Schaumparty. Wer hätte es gedacht, obwohl ich mich zuhause davor scheue ins Schwimmbad zu gehen, habe ich in Bikini und Shorts nachts im Freien im Schaum getanzt. Sehr lustig das Ganze und selbst nachts um 12 noch schön warm.
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Mein Stil ist jetzt übrigens zeitloser denn je, habe es geschafft, auf einer der Rutschen meine Uhr zu verlieren... fail!
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Sonntag ging es dann zum President's Picnic, das tatsächlich im Garten der Präsidentin stattfand.
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Picknickdecken und -körbe gab es dann zwar nicht, aber der Ersatz war auch nicht schlecht: Jede Menge Fressbuden mit amerikanischen und exotischen Gerichten.
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Bei so einem mega Treffen, muss der College spirit natürlich gepusht werden und wer einmal einen amerikanischen Teeniefilm gesehen hat, weiß auch wie das passiert. Cheerleader und Marschkapelle.
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Auf der einen Seite ist es einfach nur lustig zu beobachten, auf der anderen aber tatsächlich sehr mitreißend, motivierend und begeisternd. Und auf noch einer anderen Seite (Frage des Tages: Wie sieht diese geometrische Figur wohl aus?!) erinnert die Hysterie mit Tanz- und Trommelbegleitung einfach an Guggemusik zur Faschingszeit.
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Das dritte Event stieg gestern Abend und war genauso filmreif wie das Picknick. Da war ich nämlich auf meiner ersten Bruderschaftsparty in einem Haus mit großen roten Plastikbechern und schlechtem Bier vom Faß.
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Dort trifft man übrigens sehr viele freshmen die es total "awesome!" finden, dass man in Deutschland schon mit 16 trinken darf. Das ist sowieso eines der beliebtesten Themen unter Studenten.
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Bedeutend zu sein, bedeutet eben auch dazuzugehören. Dazugehören, zu der beliebtesten, am meisten respektierten und bewunderten Gruppe. Sei es die Uni selbst oder das Volk der Partystudenten.

Go Canes

Samstag, 21. August 2010

"Glücklich, wer im Besitz ist" (altväterliches Sprichwort)

Da habe ich doch vor lauter Freude und vor lauter Sims, die beste Neuigkeit überhaupt vergessen: DER KOFFER IST WIEDER DA!!!
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Es stellte sich heraus, dass die verplante Suse vom Baggage desk meine Adresse nicht richtig aufgeschrieben hatte. Statt dem Namen des Wohnheims hat sie einfach nur "E" aufgeschrieben.
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Die Adresse hätte ich auch nicht gefunden.
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Übrigens, vielleicht kann man jetzt auch ohne Account Kommentare schreiben. Wenn es jemand versuchen möchte, freue ich mich.

Freitag, 20. August 2010

"Sul Sul" (die Sims)

Amerikanisches College Leben kenne ich nur von den Sims und tatsächlich gibt es da so einige Parallelen. Die Wohnheim sind ähnlich schlicht, klein und haben einen Stil, der nicht einmal altbacken ist, weil er nie in war. Zum Glück gehöre ich zu den Wohnheimen, die den Luxus eines Privatbads haben, in den Freshman Residential Colleges gibt es Duschen nur einmal pro Etage.
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Was und wieviel man in den Dining Halls isst, ist total egal, wenn man einmal drin ist, kann man reinhauen. Bei den Sims kostet das auch nicht extra.
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Am Rande des Campusgeländes stehen die Verbindungshäuser mit lauter lustigen Buchstaben-Kombinationen wie Sigma Alpha Epsilon.
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Ein weiterer Sims-Moment ist schon ein paar Tage her, als Hula-Tänzerinnen den Studenten ein paar Basics des Hula-Tanzes beigebracht haben. Das war das Unterhaltungsprogramm, damit die Party auch "großartig" und nicht ein "totaler Reinfall" wird.
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Heute habe ich dann ein Gemeinschaftsgrundstück besucht, den Pool.
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So, jetzt reicht es, mit den Insidern für die Freunde des Computerspielens.
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Der Pool war tatsächlich richtig toll. Es war das erste Mal, dass ich in einen Pool gegangen bin und nicht gleich wieder vor Kälte rausgehüpft bin, weil das Wasser so warm war. Trotzdem erfrischend.
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Die Tatsache, dass ich mein Handtuch vergessen hatte, hat die ganze Sache dann aber doch ein bisschen kalt gemacht.
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Das Frieren ging weiter in der auf fünf Grad heruntergekühlte Dining Hall. Immerhin die Chance heißen Schokocappuchino zu trinken.
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Das Foto des Tages: Eine amateurhafte Montage. Wie man am Himmel erkennt, hat es heute zum ersten Mal geregnet und gewittert. An den Temperaturen ändert das aber wenig.
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Und apropos Bild, Design ist aufgehübscht und Fotos sind oben hingepappt, für alle die den totalen Marina-Overkill wollen!

Die Aussicht, wenn ich aus der Haustür komme: Vom See bis zum Wohnheim

Donnerstag, 19. August 2010

"Wirklichkeit ist das, womit wir uns identifizieren" (Deepak Chopra)

Man kann diese Uni nicht nicht mögen! In Mannheim war es noch total daneben, mit dem Uni Mannheim Rucksack rumzulaufen, den man als Ersti geschenkt bekommen hatte. Hier trägt jeder stolz seine UM T-Shirts (allgemein, passned zur Sportart oder zum Studiengang), seine UM Shorts mit UM Ohrringen. Unterwegs ist man mit dem UM Bus, dem Hurry Cane Shuttle (schließlich sind die Studenten hier die Canes, glaube ich zumindest...) und wenn mal was passiert, dann kommt die hauseigene UM Polizei.
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Viele Geschäfte sind in orange-grün (die Uni Farben) dekoriert und haben extra Abteilungen für die Bedürfnisse der Studenten. Dann sind sämtliche Haushaltsartikel und diverse Einrichtungsartikel, wahlweise auch der UM Coffe-to-go-Becher. Dagegen ist der Schulanfang in den deutschen Geschäften mit ein paar Blöcken und roten und blauen Hefteinbänden für Deutsch und Mathe eher winzig.
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Auf dem Campus hängen Schilder, die die Studenten wilkommen heißen. Vorhin hat sich eine Gruppe Studenten auf einen Truck gesetzt und sind jubelnd losgefahren: "Welcome home!"
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Der Campus ist eine eigene Stadt. Kein Wunder also, dass ich mich hier genauso verlaufe, wie überall anders auf der Welt auch. Habe für den gleichen Weg gestern Abend schon wieder eine neue Route entdeckt, die ganz wo anders hinführt.
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Tag drei ohne Koffer und ich fande es war Zeit für ein bisschen Notfall Shopping. Nach 20 Minuten Telefonat stellt sich heraus, sie hatten zwar die Adresse, aber keine US Telefonnummer von mir. Das ist natürlich ein Skandal, da ich zu dem Zeitpunkt noch gar keine Nummer hatte.
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Einkaufen wollte ich in den USA natürlich auch. Nur nicht so bald.
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Ich muss mich übrigens noch daran gewöhnen, dass ich nicht mehr nach draußen gehe, um mich abzukühlen, sondern um mich aufzuwärmen. Heute habe ich tatsächlich gefroren und musste nach draußen gehen, um meine Gänsehaut loszuwerden.
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Das war übrigens bei der Orientation Veranstaltung für Exchange students. Da kamen wir alle ganz aufgeregt an und gingen alle ein bisschen deprimierter als wir angekommen waren. Diagnose: Totale Überforderung.
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Eine gute Nachricht gibt es dann doch: In der Dining Hall gibt es Kaba. Juhu!

Uni und Shoppingcenter

Mittwoch, 18. August 2010

"Der ans Ziel getragen wurde, darf nicht glauben, es erreicht zu haben" (Marie von Ebner Eschenbach)

Der Titel dieses Eintrags bezieht sich natürlich auf meinen Koffer. Tag zwei ohne Gepäck und es stinkt! Das Gefühl, dass meine allerliebsten Sachen irgendwo auf der Welt sind, wo keiner darauf aufpasst, ist verdammt unangenehm und gruselig.
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Jakob Bossart hat gesagt: "Leute mit leichtem Gepäck kommen am besten durchs Leben". So ein Idiot.
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Trotzdem bin ich heute schon ein bisschen mehr hier angekommen, war einkaufen und habe mir ein amerikanisches Handy zugelegt.
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Auf dem Campus sieht man heute viele Eltern-Kind-Trios herumlaufen, die ihre Kinder aufs College bringen und ihnen beim einziehen helfen. Zu sehen, wie viel sie in die Aufzüge quetschen und zu hören wie sie von "decorating your room" sprechen, hilft meiner Koffersehnsucht aber auch nicht weiter.
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Bis (und ich hoffe dieser Zeitpunkt existiert) ich den Koffer habe bin ich in Anlehnung an das Buch, das ich gerade lese (The White Woman on the Green Bicycle - Monique Roffey): the white woman with the same dress. 

The white woman with the same dress

Dienstag, 17. August 2010

"Marina updated her current city to Miami, Florida" (facebook)

Die Ankunft in Miami war leichter als gedacht! Um genau zu sein, 22,1 kg leichter als gedacht, denn im Gegensatz zu mir, hat es mein Koffer nicht bis zum Campus geschafft.
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Beim Landeanflug war noch alles gut, als das Flugzeug unter die Wolkendecke gesunken ist und ich tatsächlich Miami und den Ozean erspähen konnte! Ich finde es immer noch toll, wie klein eine Stadt von oben aussieht und ich das Gefühl bekomme, gleich zerquetschen wir mit dem Flugzeug die ganze Stadt!
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Die Größenverhältnisse haben sich dann aber eingerichtet, als ich quer durch den Flughafen gestolpert bin, um meinen liebsten Wohnkoffer doch noch zu finden. Erfolglos. Das einzige Ergebnis der Suche war, dass sich mein Handgepäck nach der ganzen Rennerei fast genauso schwer anfühlte wie 22kg.
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Der Campus ist dafür umso toller, komme mir vor wie in einer Ferienanlage! Im Wohnheim dann eher wie im Jugendgefängnis.
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Die Entdeckung des Rundgangs war aber das Training fahnenschwingender und marschierender Studenten auf dem Sportplatz. So stell ich mir doch das American College Life vor!
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Bevor ich jetzt ins faseln komme, höre ich lieber auf, der Laptop hat ja auch nicht unendlich viel Akku und der Adapter ist natürlich im Koffer. Nur noch eine kleine Szene vom Flughafen in London, wie man das Sicherheitspersonal zum schmunzeln bringt:
"Is this kid there with you?"
"No, no... God no!"

Montag, 16. August 2010

"Abschiedsworte müssen kurz sein wie eine Liebeserklärung" (Theodor Fontane)

Ich hasse Abschiede! Vermutlich weil ich so schlecht darin bin
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Egal wie bedeutend oder banal ein Abschied ist, ich spüre immer das Gefühl, ich muss jetzt epische Abschiedsworte sagen und eine tiefgreifend relevante Szenerie gestalten. Logisch, dass ich danach enttäuscht bin und mir denke "hmpf", so, das jetzt also der Abschied".
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Diese Pflicht zur großen Geste trifft übrigens immer zu. Obwohl ich weiß, eine Situation wird nur vorübergehend sein, kann ich danach nicht einfach ganz locker "tudeldu" sagen. Sogar die Orte, die ich verlassen will, wie ein kleines, stickiges Zimmer in Frankfurt, ringen mir vor dem letzten Türeschließen einen tiefen Seufzer ab.
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Da ist dieses ständige Bewusstsein der großen Momente. Ein letztes Mal in der Redaktion bei den Kollegen, ein letztes Mal Fahrstuhl fahren in Frankfurt, ein vorerst letztes Mal im eigenen Bett schlafen. Ein liebstes Tudeldu und bis bald für die Familie.
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Überhaupt haben sich die letzten Male in jüngster Zeit viel zu sehr gehäuft. Der halbe Studiengang verstreut sich über den halben Globus. Beinahe jedes Wochenende, wurde jemand verabschiedet.
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An dieser Stelle schleicht sich in meinem Bewusstsein wieder das Bedürfnis ein, jetzt den einen epischen Schlusssatz zu bringen. Weil ich ja aber weiß, dass wir uns alle wiedersehen und dies nicht der letzte Post sein wird, muss enthusiatisches TUDELDUUUHUUU genügen.
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Obwohl, eine unumstößliche Erkenntnis des Tages hätte ich dann doch: Kofferpacken bei Gewichtslimit stinkt!

Kofferpacken leicht gemacht

Sonntag, 15. August 2010

„Das Ziel des Schreibens ist es, andere sehen zu machen“ (Joseph Conrad)

Manchmal rast das Leben geradezu an mir vorbei. Das könnte auch damit zusammenhängen, dass ich so viel im Zug sitze. Wenn man mit dem Zug von Frankfurt nach Mannheim fährt, sieht man kurz vor dem Hauptbahnhof das wunderschöne Barockschloss. Noch vor ein paar Wochen kam da bei mir das „hach zuhause“-Gefühl auf. Nur ein paar Wochen später im Praktikum und bei der nächsten Zugfahrt reicht es maximal für ein laues „guck mal Schloss“-Gefühl.
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Nach vier Semestern Mannheim und acht Wochen Praktikum in Frankfurt geht es jetzt direkt weiter nach MIAMI! Und mit direkt meine ich direkt. Mein Zimmer sieht aus wie eine Kreuzung aus H&M- und Promod-Shop während des Schlussverkaufs. Noch nie hatte ich alle meine Klamotten in einer Wohnung, alle frisch gewaschen.
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Morgen werden dann 23 Kilo davon in einen Koffer gestopft und dann bin ich erstmal weg.
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Studieren in Mannheim kommt mir vor, als wäre es lange lange her, dabei sind es gerademal zwei Monate. Wie gut, dass ich meine Wohnung fotografiert habe, sonst könnte ich gar nicht mehr glauben, dass es sie tatsächlich gab. Naja gut, die Fotos und die noch ausstehende Kaution sind gleichermaßen Erinnerungen an die Wirklichkeit.
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Das Praktikum in Frankfurt verblasst auch schon wieder und wühlt sich schnurstracks in tiefere Gedächtnisschichten ein. Und doch ist mein eigener Beitrag noch nicht einmal gesendet worden.
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 Ach ja, und zwischendurch war ich ja auch in Amsterdam. Das ist so ein kleines freistehendes Event. Einfach so am Wochenende passiert.
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Irgendwie ziehen momentan alle Episoden so schnell an mir vorbei, dass es anschließend unglaublich unwirklich scheint, dass sie je da gewesen sind. Prinzipiell ist ein aufregendes und bewegtes Leben natürlich etwas Tolles und ich finde es super so. Blöd nur, dass ich befürchte, ich kriege davon nicht so viel mit wie ich sollte. Ab und zu würde ich gerne zurückspulen und mir den ganzen Spaß nochmal in Zeitlupe ansehen, vielleicht ein bisschen mitschreiben, ein Script zum Lernen haben.
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 Aber dieser nette, kleine Blog hier hilft ja wenigstens schon einmal beim Mitschreiben, wenn schon alles so unkontrolliert und vage durch ein fettes Raum-Zeit-Kontinuum wabert.

Stationen des Lebens in 2 Monaten