Dieses Wochenende und im Prinzip die ganze Woche davor war es Zeit für das berühmt berüchtigte Homecoming. Ein viel verwendeter Begriff, vor allem in Zusammenhang mit Homecomingqueen und -king, und doch unklar. Also um das klar zu stellen:
---
Homecoming ist eine jährliche Tradition im Herbst. Dann wird zu Ehren ehemaliger Studenten und Universitätsangehöriger großes Tamtam veranstaltet, um eben diese Alumni nach Hause zu ihrer Alma Mater zu locken.
---
Wieso man dazu jetzt Homecomingqueen und -king braucht, erschließt sich mir nicht ganz, aber die Amerikaner lieben es (vielleicht weil sie nicht die Wudner von Fasching kennen), irgendwelchen Leuten Plastikkrönchen aufzusetzen und sie in Scherpen einzuwickeln.
---
Bei einer Parade durch den Campus, bei der verschiedene Gruppen der Uni vorgestellt wurden gab es neben Homecomingqueen und -king noch ein anderes Prinzenpaar (leider nicht wie an Fasching), jeweils King und Queen für die Wohnheime Mahoney und Pearson und Miss University mit ihrer Prinzessin.
---
Die Marchingband habe ich an dem Abend ganze dreimal vorbeitrommeln sehen und ich finde sie toll. Zum Homecoming kam natürlich auch die Alumniband, ein übersichtlicher Haufen von gealterten Durchschnittsamerikanern.
---
Eins der Highlights war das zauberhafte Feuerwerk am See. Trotz Kälte war es ganz fabelhaft am Seeufer zu sitzen und zuzuschauen. Zusammen mit den Alumni, die ihre Kinder in komplette Uni Miami Klamotten gepackt haben.
---
Abends gab es dann vor der Bibliothek ein Konzert von Lauren Hill. War sehr cool, auch wenn die Frau selbst sehr eigenartig ist...
---
Bei diesem Ereignis habe ich einmal mehr gemerkt, dass die Auffassung von Universität und die Vorstellung von einen Campusleben hier und in Deutschland einfach grundverschieden sind. In Mannheim kennt kaum jemand den grummeligen Rektor der Uni. Hier wird für die sympathische alte Frau applaudiert, wenn sie mit dem Ibis-Maskottchen in der Parade mitfährt.
---
Um nochmal auf das Thema "Daheim" zu sprechen zu kommen. Heute ist der Tag, an dem mich Familie besuchen kommt und natürlich freue ich mich riesig! In meinem Theaterkurs hat die Dozentin schon oft darüber geredet, dass trotz medialer Kommunikation (und dazu zählt auch Skype) nichts mit einer echten, wahrhaften, menschlichen Berührung vergleichbar ist.
---
Nach über zwei Monaten im Ausland, kann ich dem noch mehr zustimmen, als ich es vermutlich sowieso getan hätte. Ich kann es kaum abwarten, meine Lieben endlich wieder zu drücken und zu knuddeln.
![]() |
| Heimatkunde |

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen