Mittwoch, 29. Dezember 2010

"Am Ziele deiner Wünsche wirst du jedenfalls eines vermissen: dein Wandern zum Ziel" (Marie von Ebner-Eschenbach)

Ein Roadtrip ist wohl mit die effektivste Art des Reisen und kommt beinahe dem Japanerklischee gleich: Aussteigen, Fotos machen, weiterfahren. Die Fotos haben wir zwar auch gemacht, mit zehn Städten in sieben Tagen haben wir eine gute Mischung aus knackigem Sightseeing und genussvollem Urlaub gefunden.
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Los ging es über den Tamiami Trail nach Naples, ein sehr hübsches Städtchen mit einem Bezirk namens Tin City. Dort kann man durch ein hübsch gemachtes Einkaufszentrum und am Hafen entlang bummeln. Eine weitere Attraktion ist das älteste Haus: 1895 gebaut. Der Europäer schmunzelt darüber, aber die Amerikaner finden ja auch Miley Cyrus alt genug…
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Selbstverständlich gibt es in Naples auch einen Pier.
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Fort Myers ist zwar auch ein sehr hübsches Städtchen, reißt aber nicht gerade die Wurzeln aus der Erde. Dafür gibt es dort das idyllische Inselchen Sanibel. Ideal zum Muscheln sammeln und Wassersport.
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Zum Thema Wassersport: dort steckt das Wort „Sport“ drin, das kann nicht gut gehen. In unserem Doppelkanu haben wir diverse Ausflüge in die Böschung unternommen. Als wir es dann doch noch um die Kurve geschafft haben, trieb dort ein älteres Paar in seinem Kanu und hat in friedlicher Ruhe einen Vogel auf einem Baum beobachtet. Wir hörten also auf zu paddeln und beobachten mit. Nicht merkend jedoch, dass  unser Kanu immer noch weitertrieb und bums, direkt in den Baum, auf dem der Vogel saß. Vorbei war es mit der natürlichen Ruhe.
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Das Abendprogramm war kulturell wertvoll mit dem Edison und Ford Winter Estates.  Ernsthaft, zwei intelligente und geschichtlich bedeutende Menschen, die auch noch best Buddies sind und sich zwei fette Ferienresidenzen direkt nebeneinander leisten können?! Nicht fair.
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Next up: Venice. Nein nicht das Party-Venice in Kalifornien, das beschauliche Venice in Florida, in dessen Strand man schwarze Haifischzähne sammeln kann und in dessen Innenstadt ein Trolley Santa Claus spazieren fährt. Als wir ihn dazu bringen wollten das „U“ mit den Händen zu zeigen, war er zunächst zögerlich: „I can’t do this. I’m a Penn State Fan“. Naja, irgeneinen Sport muss man am Nordpol ja auch verfolgen.
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So wie sich das für eien floridianische Stadt gehört, gibt es auch in Venice einen Pier.
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Jetzt ein Ratespiel zu starten, was wohl eine der Hauptattraktionen St. Petersbergs ist, wäre sinnlos. Es ist natürlich ein Pier.
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Was es noch dort gibt: Fort Desoto Park und Beach. Betonung auf Park und Beach, denn an das eigentliche Fort erinnern nur ein paar hin drapierte Steine und ein paar Infoschilder für die Touris.
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In Tampa geht es abends laut Reiseführer in Ybor City ab, einem Viertel, das für seine Zigarrendreher bekannt ist. Zwar gab es als wir da waren weder das noch Partymassen, aber wer kann es denn Floridianern oder Touristen schon verübeln, wenn sie sich nicht gerade zur kältesten Zeit überhaupt aus dem Haus wagen.
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Ein persönliches Highlight für mich war die Hafenbucht, in der wir doch tatsächlich echte, wilde Mantees (=Seekühe) gesehen haben!
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Nach den dicken Tieren sind wir zu den dicken Schwämmen gefahren. Die werden nämlich in Tarpon Springs von jeder Menge Griechen aus dem Meer gefischt.
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Weiter ging es zurück zur Ostküste in einer Monsterfahrt quer durch den Bundesstaat nach St. Augustine. Mit kurzer Shoppingpause in einer Outlet Mall in Orlando. Wer braucht da schon einen langweiligen Rastplatz?!
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St. Augustine ist die älteste Stadt der USA mit Attraktionen wie Ponce de Léons Jungbrunnen, einer Fußgängerzone durch ein schnuckeliges Altstadtviertel mit einem alten, holzigen Schulhaus und einem Fort, das auch tatsächlich ein Fort war. Groß, massiv, Stein – so muss das sein!
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Von St. Augustine sind wir direkt nach Daytona Beach zum Strand gefahren. Jawohl, gefahren, denn dort darf man mit gemütlichen 10mph auf dem unglaublich flachen Strand entlangtuckern. Sehr spaßig, vor allem wenn währenddessen im Radio Weihnachtsmusik läuft. Eben Sand statt Schnee – finde ich okay.
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Genug jetzt mit den lächerlichen Zufallsreimen und genug auch mit dem Roadtrip. Daytona Beach war vor Miami die letzte Station eines fabelhaften und (wie die Länge des Eintrags verrät) ereignisreichen Trips.
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Eine Sache nur noch: In Daytona Beach waren wir auch am Pier!

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