Sonntag, 31. Oktober 2010

"Je mehr Vergnügen du an deiner Arbeit hast, um so besser wird sie bezahlt" (Katharine Hepburn)

Ich sage es gerne immer wieder: Meine Stundenplan-Planung ist genial und deswegen habe ich jeden Mittwoch frei!
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Die perfekte Gelegenheit für einen kleinen Tagesausflug zum Coconut Grove, bisher nur bekannt, von donnerstänglichen  Barabenden.
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Schon direkt nach dem Frühstück hat es uns aber weg von den Bars und Boutiquen, hin zum Hafen gezogen. Entlangspazieren am Wasser ist einfach bezaubernd.
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Ziel war Vizcaya Museum & Garden, ein hübsches Anwesen mit Garten. Hat etwas von altem europäischen Charme. Nur dass es in Miami steht und 1914 gebaut wurde, aber wir wollen mal nicht kleinlich sein.
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Donnerstag Abend gab es dann aber für mich keinen Barabend im Grove, denn meine Abendplanung war besser: Die Rocky Horror Picture Show umsonst im Kino am Campus begleitet von einer Shadow Cast.
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Der Film alleine ist ja schon genial, aber im Kino ist es noch besser!
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Ich habe den Time Warp getanzt.
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Während des Films wird, je nachdem welcher Charakter gerade auftaucht "Slut", "Asshole" oder "Where's your fucking neck?" gerufen. Sowieso wird immer irgendwas gerufen. Die Hardcorefans kennen den Film sogar so gut, dass sie "do you know about gay sex?" rufen, bevor die Zeile "I know about that subject" kommt.
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Ich habe mich antürlich bei dem sinnlostesten Zwischenruf nicht mehr eingekriegt. Janet läuft rückwärts in ein Zimmer und es wird gerufen "watch out for the baisin", dann rempelt sie dagegen und alle seufzen.
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Ich sage es gerne immer wieder: Meine Stundenplan-Planung ist genial und deswegen habe ich jeden Freitag frei!
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Die perfekte Gelegenheit für einen Tag am Pool. Bin zum ersten Mal vom Sprungbrett reingesprugnen. Nicht sehr ansehnlich, hat aber Spaß gemacht. Währenddessen hat es übrigens geregnet, aber bei immer noch zirka 30 Grad und strahlendem Sonnenschein, ist das relativ egal.
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Ich weiß, ich bin eigentlich zum Studieren hergekommen und Uni macht auch wirklich Spaß, aber die große Pause gehört genauso zum Schulleben dazu!

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Samstag, 30. Oktober 2010

"Wo gehen Leute hin, wenn sie New York verlassen - Ähm, die wirkliche Welt" (Sex and the City)

Ich weiß nicht, ob ich gerade Miami als die wirkliche Welt bezeichnen würde, aber zumindest ist das der Alltag, in den ich nach einem fabelhaften Wochenende in einer fabelhaften Stadt zurückkehre.
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Man hört ja immer viel von Vitamin "B" und eigentlich bin ein kein großer Fan davon, aber wenn das Vitamin B eine fabelhafte Wohnung in Manhatten hat, sieht das anders aus.
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Es war zwar kein meditatives Einfach-Nur-Da-Sein-Ding, sondern ein euphorisch durchgeknalltes Einfach-Nur-Da-Sein-Ding, aber mindestens genauso bezaubernd. Einfach nur durch Manhatten zu laufen, durch Geschäfte zu bummeln, Fotos zu machen und die Kopf-In-Den-Nacken-Touri-Pose zu perfektionieren.
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Union Square Park, Flat Iron Building, Bryant Park, Times Square, Rockefeller Center und alles dazwischen. Zum Abschluss noch ein bisschen Kultur: Eine Führung bei den United Nations: Interessant und nachdenklich stimmend.
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Ich habe mir trotz fabelhaften Wetters übrigens eine Mütze gekauft. Verrückt, es ist ja tatsächlich Herbst. In Miami vergisst man das schnell. Und mit man meine ich mein tauchendes, poolplanschendes, flipfloptragendes Selbst.
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Die Quizfrage des Tages: Warum gibt es eigentlich diese hübsche rote Treppe am Times Square?! Hat sie außer dem Empire-State-of-Mind-Video noch einen anderen Sinn?!
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Meine heißersehnte Broadwayshow war leider kein spektakuläres Musical sondern nur netter, süßer Singsang. Mary Poppins ist als Musical für Erwachsene eher... nennen wir es verbesserungswürdig.
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Was könnte die Stimmung nach so einer Enttäuschung besser heben als ein Fangirl-Moment. Shoppen im Laden von Patricia Field (=Stylistin von Sex and the City), eine Mischung aus trendigem Fashionstore, abgedrehten Fetishstore und Halloweenkostümladen (wobei die letzteren Kategorien manchmal schwer auseinander zu halten waren). Meine Schal- und Ohrringsammlung ist um zwei sehr wertvolle Schätze reicher.
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Abends dann clubben. Zwar nicht einer der besten (war ja klar, ausgerechent das Wochenende, an dem ich da bin...), aber trotzdem ein lustiger, feuchtfröhlicher, käseburgiger Abend.
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Dementsprechend schwer war das Aufstehen, habe meine Augen kaum aufbekommen. Als ich so langsam zu mir kam, stellte ich fest: Scheiße, ich kriege meine Augen tatsächlich kaum auf, zumindest das linke nicht, aus unerfindlichem Grund geschwollen.
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An einem fotointensiven New-York-Tag war ich sehr dankbar für meine Brille mit schwarzem Rand. Die hatte ich übrigens sowieso die meiste Zeit auf, in NYC ist alles so riesig und großartig, da kommt man mit Kurzsichtigkeit nur bis zum nächsten Spieß-Straßenstand.
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Ein traumhaft sonniger Tag in der Traumstadt schlechthin: Flohmarkt, Central Park, Public Library (noch ein Fangirl-Moment, schließlich haben Carrie und Mr. Big dort beinahe geheiratet), ein Spaziergang über die Brookly Bridge, Ground Zero und ein schätzungsweise 20kg schwerer Burrito.
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Schön ist auch, dass es in so einer schnelllebigen Stadt eine Konstante gibt, die sich seit 2006 nicht geändert hat: Die Spieße am Straßenrand brennen immer noch!

I heart New York

Freitag, 29. Oktober 2010

"Wenn man beginnt, seinem Passfoto ähnlich zu sehen, sollte man in den Urlaub fahren" (Ephraim Kishon)

Bei der Autorückgabe: "How was the car?"
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Ich: "Ähm... funny in its very own way."
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Aber von vorne: An einem schönen Oktoberwochenende haben wir einen Trip nach Hollywood, Fort Lauderdale und Palm Beach unternommen. Und ja, die besten Orte der Welt gibt es mindestens zweimal.
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Unser Auto war leider keiner von den riesigen, amerikanischen Schlitten, sonder eine kleine Brotbox, daher liebevoll Bernd genannt.
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Obwohl das alles nicht weit von Miami ist, war es ein Urlaub im Urlaub, frei von allem Unikram, Sorgen und Alltag. Strand, Seafood, Pool um 10 Uhr abends, teure Häuser anschauen, Wellen gucken und in selbigen planschen.
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Wassertaximensch: "You know you have been here for almost three hours?!"
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In Fort Lauderdale sind wir in den Sonnenuntergang mit dem Wassertaxi geschippert und sind dann dort geblieben, um einmal die komplette Runde zu machen und ja, das dauert nunmal drei Stunden.
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Als die meisten Fahrgäste schon weg waren und wir ohne Stopp durch die Nacht gefahren sind, gab es eine Zeit, in der ich in einem fast meditativen Zustand war. Ich habe aufs Wasser geschaut, bin nicht eingeschlafen, habe aber auch an nichts gedacht oder mich auf etwas konzentriert. Für keine Ahnung wie lange, war ich einfach nur da.
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Ich liebe Ausflüge und ich liebe Wasser! 

Urlaub

Donnerstag, 28. Oktober 2010

"Tanzen ist die senkrechte Ausführung eines waagrechten Verlangens, eines aufrechten Individuums" (Unbekannt)

In Miami ist der weibliche Hintern wie ein Parkplatz, auf dem man "nur schnell mal hält, um Brötchen zu holen".
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Freitagabend, Club in South Beach, zirka 70 Internationals und eine Luft, die vor Hormonen nur so wabert.
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Überall wird der Balu getanzt, werden Hintern an Typen entlanggeschrubbelt.
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Jeder Hintern, der gerade nicht betanzt wird, ist frei. Klar, wenn ein Parkplatz frei ist, stell ich eben mein Auto darauf. Es interessiert niemanden, wieso der Parkplatz da ist, wieso er frei ist oder gar, was es für ein Parkplatz ist.
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Ich finde, da müsste ein bisschen mehr Ordnung her. Ich schlage Hosen und Röcke mit klarer Beschilderung vor: Absolutes und eingeschränktes Halteverbot, um zumindest die gruseligen Gestalten fernzuhalten. Wer möchte kann antürlich ein schlichtes "P" tragen oder gar die "Park + Ride"-Option wählen.
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Ich bin eindeutig dafür, vielleicht hört dann die Zieherei und Schieberei an Handgelenken und Taille auf.
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Mir ist schon klar, dass das jetzt prüde klingt, aber lieber so, als dass der weibliche Hintern noch zu einem Parkplatz einer Araltankstelle verkommt, auf dem die Dorfjugend rumhängt, wie es ihr passt.

Montag, 18. Oktober 2010

"Die beste Weise, Fische zu beobachten, besteht darin, selber zum Fisch zu werden" (Jacques-Yves Cousteau)

Ich bin offiziell zertifizierte Taucherin und stolze Besitzerin einer Karte, die genau das bestätigt. Und wie könnte man das besser feiern als mit einem Tauchausflug.
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Das spektakuläre Wochenende startete am Freitag mit einem Ausflug nach Pompano Beach mit dem Scuba Club.
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Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass der Freitag unifrei war, aber das Wochenende war sehr urlaubsmäßig. Dabei kann es mir, dank meiner genialen Stundenplanplanung, egal sein, ob Freitag Uni ist oder nicht. Für mich ist jeder Freitag frei. Daher der Name.
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Der Ausflug selbst war ähnlich wie der nach Key Largo, aber wer kann schon genug davon kriegen?!
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Rausfahren mit dem Boot und auf dem Deck träumen und sonnen. Ins Wasser plumpsen, nette Fische und Korallen gucken, aufs Boot hochwuchten, bootfahren, wieder ins Wasser plumpsen, noch mehr nette Fische und Korallen gucken, wieder aufs Boot hochwuchten, glücklich und beseelt zurück zum Hafen fahren, Calzone essen.
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Die fischigen Highlights waren übrigens riesige Fischschwärme, angel fish, ein lion fish, ein trumpet fish und jede andere bunte Fischchen, die ich leider nicht benennen kann, aber sie waren süß! In der Ferne habe ich die Umrisse einer Schildkröte gesehen und später eine Moräne, die unter ihrer Koralle rausgelugt hat.
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So eine Moräne hat etwas von einem mürrischen Rentner mit zu viel Freizeit. Schaut argwöhnisch, was die Nachbarn so treiben und hat dabei einen leicht abschätzigen Gesichtsausdruck, der einem gleichzeitig signalisiert, lieber nicht zu nahe zu kommen.
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Zurück am Hafen wurden dann gerade Fische ausgenommen. Nicht nett. Das hat mich an das Krokodilrestaurant in den Everglades erinnert.
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Ironisch und gleichzeitig sehr logisch, wie die Faszination für das Leben und das Verzehren selbiges an einem Ort zusammenkommen.


Freitagsdate mit dem Atlantik

Montag, 11. Oktober 2010

"Der Sport ist ein sehr vernünftiger Versuch des modernen Zivilisationsmenschen, sich Strapazen künstlich zu verschaffen" (Peter Bamm)

Ich mag kein Sport. Und seit Samstag weiß ich erneut warum: Es ist doof!
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Obwohl ich das Spiel bereits ein bisschen mehr verstehe, war das Footballspiel vergangenen Samstag nicht unbedingt das beste Event überhaupt. Ich glaube aber, das sehen viele Amerikaner genauso und deswegen gibt es auch das viele Drumherum, was die Sache eindeutig interessanter macht.
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Zunächst gibt es da natürlich "tailgating", also quasi eine Party aus dem Kofferraum heraus. Also rücken die meisten Leute mit dem Auto an, haben ein nettes BBQ und saufen sich noch vor Kickoff die Rübe weg. Ja, dann lässt sich Sport schon besser aushalten.
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Kickoff wird sowieso total überbewertet. Beim Football kommt und geht jeder wann er will. Das Spiel dauert auch so wahnsinnig lange, dass man gar nichts verpassen kann.
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Weitere Highlights im Stadion: Ein Ätzpärchen direkt vor uns, seltsame Leute, die komisches Zeug mit uns reden, Leute, die Zeug durch die Gegend werfen und der ständig wiederkehrende Geruch von einem deftigen Bierrülpser.
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Ich mag kein Sport!
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Da ist mir ein Abend im Musical viel lieber. Dort war einen Tag zuvor, als Studenten "Urinetown" aufgeführt haben, sehr lustig.
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Sehrt beeindruckend wie professionell die Sänger und das Set waren. Keine Spur von "Schülertheater".
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Das Wochenende gipfelte am Sonntag dann ganz deutsch beim Oktoberfest! Jawohl, ich war zwar noch nie in München, aber immerhin in einer deutschen Bar in Miami, die ihr eigenes Oktoberfest veranstaltet.
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Ich wage es kaum auszuschreiben, aber ja, DJ Ötzi unter Palmen klingt ein bisschen wie Heimat. Jetzt freue ich mich schon auf Fasching!
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Am Schluss möchte ich noch eine random Simsreferenz anbringen: Ich habe letzt in der Dining Hall gegrillten Käse gegessen und obwohl der sehr lecker war, werde ich meine Laufbahn nicht ändern.

Clash der Hochkulturen

Dienstag, 5. Oktober 2010

"Wenn hinter Tauchern Taucher tauchen, tauchen Taucher Tauchern nach" (Zungenbrecher)

Apropos Highlight. Das nächste Highlight gab es am Wochenende. Der dritte und vierte Tauchgang im offenen Wasser und diesmal im richtigen Wasser.
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Zusammen mit ein paar anderen aus dem Tauchkurs sind wir schon am Freitag Nachmittag nach Key Largo gefahren, wollten ein bisschen Zeit am Morgen rausholen, denn wir mussten schon um halb acht morgens am Boot sein. Zu früh... viel zu früh...
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Die Bootsfahrt war gleichzeitig ein Flashback und etwas ganz Neues. Wie meine Füße so über den Wellen baumelten, musste ich an Grado und Bootfahren in Italien denken. Trotz dieser Nostalgie, war der Tauchausflug aber bereits zu diesem Zeitpunkt aufregend und spannend.
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Mein neuer Lieblingsfisch ist der Goliath Grouper. Über einen Meter lang, ein richtig dicker Fisch. Am Anfang fand ich ihn ziemlich beängstigend, aber als er um unsere Gruppe geschwommen ist und der Tauchlehrer ihn gestreichelt hat, hat er seinen Schrecken verloren.
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Ich glaube, er hat genauso mit uns gespielt, wie wir mit ihm. Ist noch eine ganze Weile mitgeschwommen. Netter Fisch!
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Der zweite Tauchgang war genauso schön, wie der erste. Viele bunte Fische, Korallen und das alles ohne Aquarium. Auch wenn das Wasser so türkis war, dass es aussah, wie in einem Aquarium mít türkisem Hintergrund. Das oder, als wäre es digital bearbeitet...
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Das Abendhighlight war dann ein Ausflug nach South Beach im Schulbus mit vielen anderen Studenten. Nur Sekunden nach dem Einsteigen ging übrigens schon das Singen los, irgendetwas scheinen Busse tatsächlich an oder in sich zu haben, dass die Stimmbänder herausfordert.
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Die Unterwasserbilder habe ich übrigens mit einer Filmkamera gemacht. Jawohl, Film. War vollständig überfordert, wie man den Film eigentlich wechselt, aber egal, Hauptsache Bilder. Bilder von Unterwasser!

Viel blau auf einmal

Sonntag, 3. Oktober 2010

"This Is So You Think You Can Dance" (Cat Deeley)

Zu sagen, etwas sei ein Highlight gewesen, hat bei aller Euphorie immer einen negativen Beigeschmack. Schließlich bedeutet das, dass alle anderen Erlebnisse eher durchschnittlich waren. Bei allen fabelhaften Sachen, die ich hier schon erleben durfte, will ich genau das natürlich nicht sagen.
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Das vorausgeschickt, kann ich sagen: Die So You Think You Can Dance Tour war absolut ein Highlight!
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Ich liebe die Fernsehserie und die Tatsache, dass die Tour sich in Miami mit meinem Auslandssemester überschneidet, ist einfach nur fabelhaft!
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Meine Karte für die sechste Reihe hatte ich bereits im August gekauft, das erste Mal, dass meine eigene Kreditkarte zum Einsatz kam.
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An dieser Stelle könnte ich jetzt schreiben und schreiben und schwärmen ohne Ende, darüber, wie toll die Tänze live waren, wie toll es war, die Tänzer live so nah zu sehen.
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Aus ökonomischen Gründen mache ich es kürzer und sage, es war einfach atemberaubend! Ich saß grinsend wie ein Depp im Publikum und habe fasziniert und wie im Bann auf die Bühne gestarrt. Das gleiche Grinsen gepaart mit euphorischem Klatschen bricht auch jetzt noch spontan aus mir heraus.
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Ich denke, diese Ausbrüche rechtfertigen das Wort Highlight.

Ein Highlight gefüllt mit Highlights